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Claudia Nielsen

Dr.oec.publ.

Büro für Schnittstellen zwischen Politik und Wirtschaft

Alt und lustig: Babyboomer haben noch was vor. (Blog)

Weniger Schadstoffe, gesündere Lebensführung, hochstehende Medizin und sicherer Verkehr schlagen in den letzten Jahrzehnten deutlich zu Buche mit länger andauernder Gesundheit: Ab dem AHV-Alter arbeitet die Statistik für uns. Den Zürcherinnen und Zürchern – in Basel und Bern wohl auch – stehen ab dann gegen sechs gesunde Lebensjahre mehr bevor als noch in den 80er Jahren. Es lohnt sich also auch in dieser Hinsicht, dass

  • die Stickoxidbelastung innert eines Jahrzehnts fast halbiert wurde,
  • wir uns öfter bewegen,
  • mehr Gemüse und Ballaststoffe essen und
  • beim motorisierten Verkehr viel in Temporeduktionen investiert haben.

Sodann können wir der Statistik weiter nachhelfen und auch auf unser individuelles Konto «einzahlen». Nebst Bewegung gehören Vereinsleben und Frischkäse zu den Zauberwörtern. Die neuste Altersforschung, made in Zürich, zeigt, dass der individuelle Effort sich selbst dann noch positiv niederschlägt, wenn man schon 80 ist – sei es

  • in geringerer Sturzgefahr,
  • tieferem Demenzrisiko,
  • besserer Laune,
  • stärkerem Immunsystem
  • und was der schönen Dinge mehr sind.

Dieser Blog widmet sich der Frage, was wir jetzt fürs lebensfrohe Alter tun sollten. Der Witz am Frischkäse ist übrigens sein besonders hoher Proteingehalt und das bei wenig Fett, was nicht nur die Muskeln mögen, sondern auch die Hirnzellen.

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Von nichts kommt nichts

Die nächste gute Nachricht ist der Einfluss von Sozialleben (da kommt der Verein ins Spiel) und Lebenseinstellung. Im hohen Alter ist Gebrechlichkeit durchaus wahrscheinlich, jedoch müssen wir darob nicht den Lebensmut verlieren. So porträtiert Marianne Pletscher in «90plus mit Gelassenheit und Lebensfreude» (Limmat Verlag 2019) zehn mutmachende Menschen. Deren Lebensfreude kommt selten von ungefähr; die Portraitierten haben früh geübt, das Beste aus ihrer Situation zu machen.

Ein schönes Detail am Rande: Die Idee zum Buch kam Marianne Pletscher an meinem Workshop letztes Jahr, bei dem 70 Menschen über 65 und solche im Dienst des Alters über Demenz und Sterben diskutierten und Empfehlungen erarbeiten. Zwei der Portraitierten wohnen übrigens in einem Stadtzürcher Alterszentrum und geniessen es unverkennbar. Es gibt also Menschen, die nach dem Umzug in ein Alterszentrum aufblühen, aktiver und gesünder werden. Soziale und geistige Anregung, abwechslungsreiches Essen in Gesellschaft und adäquate Bewegungsmöglichkeiten sind hier die wesentlichen Stichwörter. 

Das alles – und damit kommt die schlechte Nachricht – ist aber

  • weder gratis und schon gar nicht
  • ohne Aufwand

zu haben. Darum sind neue Denkansätze gefragt. Denn dass zu Hause bleiben günstiger ist als das Wohnen im Altersheim, stimmt nicht in jedem Fall. Macht man eine Vollkostenrechnung, dann ist die Maxime «vom Spital sofort direkt nach Hause» im Alter selten die günstigste Variante. Davon handelt auch die aktuelle Studie von Pro Senectute, die zeigt: Ein erschreckend grosser Teil alter Menschen fühlt sich in der Gesundheitsversorgung massiv diskriminiert. Oft wird ihnen der Reha-Aufenthalt vorenthalten, obwohl klar ist, dass er das Wiedererlangen guter Gesundheit ermöglicht und hilft, Pflegekosten zu senken oder gar einen Heimeintritt zu vermeiden.


Nach den grossen Sprüngen die kleinen Schritte

Interessant ist es auch, die Entwicklung der Lebenserwartung im Rückblick anzuschauen:

  • Hygiene,
  • Antibiotika,
  • Bildung und
  • Sozialversicherungen

leiteten Anfang letztes Jahrhundert annähernd eine Verdoppelung der Lebenserwartung ein. Eine grosse Errungenschaft, die aber aktuell bedroht ist – sowohl bei der Lebenserwartung als auch bei den gesunden Lebensjahren ab dem AHV-Alter. So erreicht uns eben die Nachricht, dass 2016 aufgrund von Feinstaub und anderen Schadstoffe 400'000 Europäerinnen und Europäer vorzeitig starben. Um dies zukünftig zu vermeiden, braucht es eine starke Umweltgesetzgebung. Die entsprechenden Massnahmen kosten zwar anfänglich, aber sie entlasten andernorts, auch im Gesundheitswesen. Besagte Studie besagt nämlich auch, dass verbindliche Vorschriften und lokale Massnahmen positive Wirkung zeitigen.

Wollen wir uns im AHV-Alter weiterhin auf mehr gesunde Lebensjahre freuen, müssen wir den inneren Sauhund weiterhin überwinden. Wie sich das auf breiter Basis bewerkstelligen lässt, zu dieser Frage stehen wir mit der Forschung noch am Anfang. Dass Training Spass mache, bleibt eine unbewiesene Behauptung. Und gesundes Essen ist leider teurer als einfache Kalorienzufuhr. 

Individueller und gesellschaftlicher Effort: Dran bleiben!

Wollen wir unsere zivilisatorischen Fortschritte bewahren, braucht es einen individuellen Effort – ja, täglich bewegen, ausgewogen essen, mit den Nachbarinnen und Nachbarn in Kontakt sein. Und es braucht einen gesellschaftlichen Effort – und Geld. Das ist eine Aufgabe für die Babyboomer. Sie haben statistisch eine hohe Wahrscheinlichkeit, alt zu werden. Dann wollen sie aus verschiedenen Wohn- und Unterstützungs- und Pflegeformen wählen und auf hochstehende Medizin zählen können.

Lieblingsrezept

Thematisch passend zum Blog habe ich den Empfängerinnen und Empfänger meines Newsletters ein Lieblingsrezept zum Nachmachen zur Verfügung gestellt. Wenn Sie es als pdf möchten, übermittle ich es Ihnen gerne. Oder nehme Sie gleich auf meine Mailingliste.

Back on stage: Büro für Schnittstellen zwischen Politik und Wirtschaft

Nach 8 Jahren als Zürcher Stadträtin, mehr als 30 Berufsjahren und einem Jahr Auszeit habe ich meine frühere Einzelfirma reaktiviert und widme mich der Vernetzung von Politik und Wirtschaft. Meine langjährige Führungs-, Beratungs- und Politikerfahrung fliesst ebenso ein wie mein breiter fachlicher Hintergrund. Ich kann auf ein eingespieltes Partnernetz unterschiedlichster Fachrichtungen und ein weit verzweigtes Netzwerk zurück greifen. Der Blick fürs strategisch Interessante und Machbare ist meine Spezialität. Und meine Unabhängigkeit. Sie können mich beauftragen mit

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  • einem Austausch und einem unvoreingenommenen Blick von aussen,
  • einem Gutachten oder Konzept,
  • einem Referat oder Diskussionsbeitrag,
  • einer Beratung zu Public Affairs (Übersetzung von und in die Politik),
  • einer Projektleitung oder Interimsführung,
  • als VR-Frau oder ein Stiftungsratsmitglied.
 

 

Wandern

Zu den Krönungen meiner Auszeit gehörten die zwölf Wochen Weitwanderung "durch" die italienischen Alpen (Grande Traversata delle Alpi, von Gondo im Wallis aus grenznah auf der italienischen Seite des Alpenbogens bis Ventimiglia); angereichert durch ein- bis zwei wochenlange Weit- und viele Wochenend- und Tageswanderungen. Die Weitwanderungen integriere ich nun in meine Ferienpläne, die Wochenend- und Tageswanderungen in den Alltag.

Meinen fürs Wochenende komprimierten Wandertipp (samt Light-Version) sende ich Ihnen gerne zu.

Claudia Nielsen

Claudia Nielsen

ist unabhängige Ökonomin mit

  • breitem Leistungsausweis in verschiedenen Sparten
  • langjähriger Führungs- und Politikerfahrung
  • vielfältigen Wissens- und Interessengebieten
  • weitverzweigtem Netzwerk
  • Kompetenz im Herbeiführen tragfähiger Kompromisse
  • einer guten Nase für den richtigen Zeitpunkt oder die passende Gelegenheit.

Gesundheitswesen und Altersunterstützung, erneuerbare Energien, Mobilität und Umwelt sind Ihre Kernthemen. Sowie Fairbanking und nachhaltiges Anlegen. Ihre berufliche Leidenschaft gilt dem Finden und Schaffen trag- und zukunftsfähiger Lösungen, ihre ausserberuflichen Leidenschaften sind weite Wanderungen in den Alpen, bereichernde Begegnungen, angelsächsische und afrikanische Literatur, saisonale Küche und Einblicke in andere Lebenswelten.

Lebenslauf

2019

Büro für Schnittstellen zwischen Politik und Wirtschaft, Inhaberin

2010–2018

Stadträtin von Zürich, Vorsteherin Gesundheits- und Umweltdepartement. Führungsverantwortung über 2 Stadtspitäler, dezentrale Pflegezentren für 1600 und Alterszentren für 2000 Personen, die Städtischen Gesundheitsdienste mit der Spitex-Steuerung, den Angeboten für Menschen in prekären Lebenslagen u.v.m., den Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (von Energieberatung bis ZüriWC) sowie 2000 Wohnungen der Stiftung Alterswohnungen – rund 7000 Mitarbeitende bzw. 1 Milliarde CHF Budget. Als Mitglied der 9köpfigen, direkt gewählten Kollegialregierung Mit-Verantwortung für die gesamte Stadtverwaltung.

1999–2010

Büro für Schnittstellen zwischen Politik und Wirtschaft (Inhaberin): Aufsichtsratsmandate, partizipative Prozesse, Mediation, Öffentlichkeitsarbeit, Nachhaltigkeit im Finanzmarkt. 2007 - 2010 Verwaltungsrätin Hauptgasse 79 AG Solothurn, 2008 - 2010 Präsidentin Genossenschaft Bergalga, 2009-2010 Vorstandsmitglied ABZ Allgemeine Baugenossenschaft Zürich, 2008 - 2010 Geschäftsführerin Oikocredit Deutsche Schweiz.

1999–2008

Verwaltungsratspräsidentin Alternative Bank Schweiz (bzw. 1 Jahr VR-Mitglied, 1 Jahr VR-Vize), 2005 - 2008 Vertretung der Bank in der Féderation des Banques Ethiques Européennes (Vizepräsidentin).

1994–2010

Gemeinderätin Stadt Zürich, 5 mal 2 Jahre Vize- bzw. Kommissionspräsidentin, 5 Jahre Fraktionsvorstandsmitglied. Schwerpunkte: Verkehr, Tiefbau-, Ver- und Entsorgung, Grünraum, Energie, Polizei und Sicherheit.

1993–1999

Parteisekretärin (Geschäftsführerin) Sozialdemokratische Partei Stadt Zürich.

1987–1992

Forschungs-Assistentin, Studienberaterin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin Sozialökonomisches Seminar sowie Geographisches Institut Universität Zürich.

1987–1993

Vorstandsmitglied VCS Zürich / VCS Schweiz.

1982–1987

Werkstudentin, administrative Teilzeit-Assistentin in KMUs und einem multinationalen Grossunternehmen.

Interessen und Engagements

Vorstandstätigkeiten, ehrenamtliche Einsätze und Expertisen in  den Feldern Gastronomie / Hotellerie, Umweltschutz, Wohnbau und genossenschaftliches Wohnen, Wirtschaftspolitik und nachhaltige Entscheidungsprozesse, Gender, Gesundheit, Alter, Ernährung und Verpflegung. Breite Palette von Mitgliedschaften. Übernationale Augenscheine und Austausch.

Aus- und Weiterbildung

1987 Lizentiat in Volks- und Betriebswirtschaft sowie Wirtschaftsgeographie an der Universität Zürich, 1992 Promotion in Umwelt- und Mikroökonomie, 2002 Diplom "Mediation in Umwelt, Wirtschaft und Verwaltung", 2007 Verwaltungsratsmanagment und Corporate Governance, Universität St. Gallen, laufend Kurse in NGO-Management, Personalführung, Medienarbeit, VR-Führung u.a.m.

Sprachen und Herkunft

Deutsch und Englisch als Erstsprachen, Französisch verhandlungssicher, Italienisch fliessend, Afrikaans, Arabisch und Swahili Grundkenntnisse

1962

In Germiston, Südafrika geboren, als Kleinkind in die Schweiz übersiedelt, seit dem Kindergarten im Kanton Zürich wohnhaft und dort die Schulen besucht, 1983 in die Stadt Zürich gezogen. Verheiratet. Die Passion für den afrikanischen Kontinent ist geblieben.

Kontakt und Impressum

Dr. oec. Claudia Nielsen
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Postadresse: Hohlstrasse 86c, 8004 Zürich
Workspace: Prime Tower, Zürich

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Fotos Niklaus Spoerri, BILDERSCHAFFER Regula Schaffer, Lea Meienberg
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